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Leuchtende Irrsterne - Das Branitzer Totenbuch

'Euthanasie' in einer katholischen Anstalt
ISBN/EAN: 9783888644023
Umbreit-Nr.: 1501783

Sprache: Deutsch
Umfang: 228 S.
Format in cm: 2 x 21 x 13.5
Einband: kartoniertes Buch
Lesealter: 16-99 J.

Erschienen am 08.11.2005
€ 14,80
(inklusive MwSt.)
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  • Zusatztext
    • Nach jahrelangem Suchen und Forschen hat die Autorin das Schicksal ihres Großvaters klären können, der 1941 aus der katholischen Heil- und Pflegeanstalt Branitz/Oberschlesien deportiert und wenige Tage später in Waldheim/Sachsen ermordert wurde. Sie entdeckte, dass ihr Großvater aus einer polnisch-jüdischen Familie stammte; eine Tatsache, die in ihrer Familie mit noch größeren Schweigetabus belegt war als die Geisteskrankheit des Großvaters und seine Ermordung. Bei ihren Forschungen stellte sie auch fest, dass Branitz ab 1941 Reservelazarett wurde, in dem zeitweise über 5000 Soldaten untergebracht waren. Sie stieß auf die Tötung nicht nur geisteskranker, sondern auch lungenkranker Soldaten des 2. Weltkrieges und auf Medizinexperimente sowie Tötungen in der Anstalt selbst. Die Stimme der Betroffenen, die aus den Patientenakten hörbar wird, nimmt einen breiten Raum ein und vermittelt ein bewegendes und widersprüchliches Bild vom Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Damit will das Buch auch einen Beitrag zur Differenzierung und Vertiefung der Sicht auf die NS- Problematik der "Zwangssterilisation" und "Euthanasie" leisten. Dort, wo Tiefendimensionen der angeschnittenen Probleme mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht mehr zu erfassen sind, hat die Autorin Gedichte geschrieben, die eine unmittelbar sprachlich-sinnlichere Ebene eröffnen.
  • Autorenportrait
    • Barbara Degen, Dr. jur., geb. 1941, im Todesjahr ihres Großvaters, lebt und arbeitet in Bonn, u.a. als Rechtsanwältin, und ist bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen in ihren Fachgebieten "Betriebsverfassungsrecht", "Gleichstellungsrecht" und "Recht gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz". Sie ist Initiatorin des "Feministischen Rechtsinstituts" und arbeitet in der Initiative für ein "Haus der Frauengeschichte" in Bonn mit. 1974 und 1977 war sie wegen ihrer damaligen DKP-Zugehörigkeit von zwei Berufsverboten betroffen. Seit Mitte der 80er Jahre ist sie auch literarisch tätig und schreibt u.a. Kabarettprogramme ("Justitia kotzt!"). 2003 hat sie ihren ersten Gedichtsband "Die Brennesselzukunft" herausgegeben.