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Mein Name ist Sita

Roman
ISBN/EAN: 9783887473938
Umbreit-Nr.: 5616561

Sprache: Deutsch
Umfang: 160 S.
Format in cm: 2 x 22.2 x 15
Einband: gebundenes Buch

Erschienen am 29.08.2022
€ 18,00
(inklusive MwSt.)
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  • Zusatztext
    • Sita wächst in den fünfziger Jahren in Suriname auf. Irgendwo zwischen Großstadt und Dschungel lebt sie nach dem Tod ihrer Mutter mit einem autoritären Vater und einem schweigsamen Bruder zusammen. Das Schweigen im Haus drückt sie nieder ebenso wie das Geheimnis, das ihre Eltern und Großeltern umgibt. Warum hat der Großvater die Familie verlassen und ist nach Indien zurückgegangen, warum ließ man ihre Mutter danach von einer gewalttätigen Frau adoptieren? Sita konzentriert sich auf die Schule, will mit der hinduistischen Tradition ihrer Familie nichts zu tun haben und ist auf der Suche nach einer eigenen, selbstbestimmten Zukunft. Die wird ihr verbaut, als sie schwanger wird und heiraten muss. Und sie steht vor derselben Frage, die sich ihrem Großvater gestellt hat: Ich oder die Familie?
  • Kurztext
    • Dies ist zunächst und vor allem eine Geschichte der Selbstbefreiung, vom Widerstand gegen das Schicksal. Die Intensität des Romans lässt den Schluss zu, dass er elementar mit der Biographie seiner Autorin verbunden ist. Berührend und sehr vital.
  • Autorenportrait
    • Bea Vianen, 1935 in Paramaribo/Suriname geboren, wurde mit ihrem ersten Roman »Sarnami, hai« (1969, Querido} in Holland und in Suriname zu einer der erfolgreichsten Schriftstellerinnen. Das Buch galt und gilt als Klassiker und wurde 2021 mit großer Resonanz neu aufgelegt. Als Tochter indisch-afrikanischer Vorfahren, die nach Suriname verschleppt wurden, erlebte sie die postkolonialen Verhältnisse, ebenso wie die autoritären, religiösen Fesseln einer hinduistischen Familie. Sie lebte abwechselnd in Suriname und Holland und starb 2019 in Amsterdam.
  • Leseprobe
    • Die marode kleine Holzbrücke, gesäumt von ein paar Mandelbäumen mit breit gefächerten Ästen. Die Stämme biegen sich dem Wasser in der Abflussrinne entgegen. Sanft raschelt der Passat durch ihre ovalen dunkelgrünen Blätter, und selbst der Zettel in ihrer Hand raschelt. Sie vergleicht die Adresse mit den Nummern an den Hütten und bekommt es mit der Angst. Es ist nicht wahr. Ajodiadei existiert nicht. Es ist nur ein Traum, nein, ein Albtraum. Sie sollte umkehren, alles vergessen, sich damit abfinden. Doch das bringt sie nicht über sich. Denn es ist kein Albtraum, ihr Körper ist ja hier: dunkel, mager, stark, unermüdlich. Die Sonne blendet. Die Hitze ist feucht. Schweißtropfen unter ihrer Nase und zwischen ihrem Rücken und dem Leder der Schultasche. Es ist kein Albtraum. Hier ist die Adresse, die ihr Sunderdei, die Marktfrau, gegeben hat. Nummer 199. Und dahinter ein kleines c. Buchstaben. Nummern. Die Registernummer von Janakya, ihrer Großmutter, war 199 qq. Nummern, Ziffern, Zahlen, Jahreszahlen. Sie sind nicht an die Zeit gebunden. 1951 war gestern, die Vergangenheit. 1951 ist heute, morgen. Jetzt.