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Schlachtstücke

Battle Pieces - Gedichtezyklus
ISBN/EAN: 9783902373564
Umbreit-Nr.: 1119564

Sprache: Deutsch
Umfang: 256 S.
Format in cm:
Einband: kartoniertes Buch

Erscheint am 15.10.2019
€ 36,00
(inklusive MwSt.)
Nicht lieferbar
  • Zusatztext
    • Melville bringt es mit seinen Romanen Typee (1846) und Omoo (1847) zu einiger Bekanntheit, enttäuscht seine Leser aber mit den nachfolgenden Werken, weil er reine exotische Abenteuergeschichten verweigert. Die Veröffentlichung von Moby Dick (1851) wird kaum mehr beachtet, und als 1852 Pierre herauskommt, wird er in Kritiken ernsthaft für verrückt erklärt. Sein nächstes (heute als verschollen geltendes) Manuskript Isle of the Cross wird abgelehnt, sein letzter, 1857 veröffentlichter Roman The Confidence-Man höchstens mit Unverständnis aufgenommen, weitestgehend aber einfach ignoriert. Steht die Bedeutung von Melvilles Romanen völlig außer Zweifel, so bleibt sein lyrisches Werk bis heute selbst in den USA, die ihn als einen ihrer größten Schriftsteller feiern, beinahe unbekannt, obwohl ihn die Fachwelt neben Walt Whitman und Emily Dickinson zu den bedeutendsten Lyrikern Amerikas des 19. Jahrhunderts zählt. Als er sich 1866 mit Battle-Pieces wieder an das Licht der Öffentlichkeit wagt, wird das kaum mehr wahrgenommen. In dem zweiteiligen Gedichtezyklus pflegt Melville einen intensiven und quälerischen Umgang mit dem Thema Bürgerkrieg, den er als eine spezielle Ausformung einer generellen Geschichte menschlicher Konflikte und Unfreiheiten auffasst. In seiner stilistischen Bandbreite und zusammen mit dem abschließenden Essay, in dem Melville für Gleichberechtigung des unterlegenen Südens beim Wiederaufbau der Union plädiert, zeigen sie einen ambitionierten, selbstbewussten Dichter, der gleichermaßen nach Erinnerung wie nach Vorausschau strebt.
  • Kurztext
    • Nach zehn Jahren literarischen Schweigens meldet sich Melville 1866 mit seinem sprachgewaltigen Gedichtezyklus Battle-Pieces zurück. Seine beeindruckende Aufarbeitung des amerikanischen Traumas "Sezessionskrieg", die jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, setzt mit den Mitteln der Sprache um, was Goya grafisch in seinen Blättern Desastres de la Guerra gelang: Schrecken und Sinnlosigkeit des Krieges in Bilder zu fassen.
  • Leseprobe
    • MISSBEHAGEN (1860) Wenn Weltmeer-Wolken über landesinn're Hügel stürmend fegen im späten Herbst in Braun, und Horror die durchnässten Täler füllt, und krachend fällt der Kirchturm in der Stadt, bedenke ich die Übel meines Landes - den aus dem Schmutz der Zeit über die schönste Hoffnung hin berstenden Sturm, verknüpft mit Menschen schlimmster Missetat. Die dunkle Seite der Natur wird jetzt beherzigt - (Ah! Das Hurra der Optimisten, mutlos gefloh'n) Versteh' ein Kind das launische Antlitz jenes abgeschied'nen schwarzen Berges! Mit Brüllen hinab geht der Sturzbach die Schlucht, und wir spüren, Stürme formieren sich hinter dem Sturm: die Tanne zittert im Dach, die Eiche im fahrenden Kiel.
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